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  • AutorenbildThomas Laggner

Gesunder Schlaf


Unter Schlaf wird ein periodischer, meistens in einer bestimmten Phase des Tages auftretender Zustand der (relativen) motorischen Ruhe und (scheinbar) fehlender sensorischer Reaktivität, ein »Sich-Abschließen« des Individuums von der Umwelt, verstanden. So beschreiben viele Menschen den Schlaf als »Erholung«, als »Regeneration«, als »Verarbeitung vom Tagesgeschehen«, als Phase, in der neue Informationen des Tages im Gehirn abgespeichert werden, und erkennen den Schlaf daran – im Unterschied zum Wachzustand –, dass sie geträumt haben, sich danach erholt fühlen oder – ganz wichtig – »abgeschaltet« oder gar an »nichts« gedacht haben, also keine bewusste geistige Aktivität vollzogen haben und »nichts« mitbekommen haben.


Die fehlende Erholsamkeit des Schlafes beeinträchtigt kurzfristig die Leistungsfähigkeit und kann mittel- oder langfristig auch zur Verschlechterung oder zum Neuauftreten von Krankheiten führen. Schlafstörungen erreichen dann Krankheitswert, wenn diese Ursache körperlicher oder seelischer Beeinträchtigungen sind und auch subjektiv von den Betroffenen als krankhaft empfunden werden.


Nach ICD-10 werden Schlafstörungen je nach vermuteter Ursache (psychogen versus organisch) klassifiziert unter

  • F51 nichtorganische Schlafstörungen (Kapitel Psychische und Verhaltensstörungen) oder

  • G47 (organische) Schlafstörungen (Kapitel Krankheiten des Nervensystems).

Nichtorganische Dyssomnien sind primär psychogene Störungen der Dauer, Qualität oder des Zeitpunktes des Schlafs aufgrund emotionaler Ursachen, die in erheblichem Ausmaß (mindestens dreimal in der Woche über einen Zeitraum von mindestens einem Monat) vorliegen, einen deutlichen Leidensdruck verursachen und/oder sich störend auf die alltägliche Funktionsfähigkeit auswirken (Tagesmüdigkeit):

  • nichtorganische Insomnie (F51.0): Hauptmerkmal sind Ein- und Durchschlafstörungen sowie eine schlechte Schlafqualität (nicht erholsamer Schlaf).

  • nichtorganische Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus (F51.2): das Schlaf-Wach-Muster weicht vom gewünschten Schlaf-Wach-Rhythmus ab (der durch die gesellschaftlichen Anforderungen bestimmt ist und von den meisten Personen im Umfeld des Betroffenen geteilt wird), infolgedessen Schlaflosigkeit während der Hauptschlafperiode und Hypersomnie während der Wachperiode.

Die DSM-5 definiert Insomnie als unbefriedigende Menge oder Qualität von Schlaf:

  • Schwierigkeiten einzuschlafen und/oder

  • Schwierigkeiten durchzuschlafen und/oder

  • vorzeitiges Erwachen, ohne wieder einschlafen zu können

Einen Krankheitswert hat die Schlafstörung, wenn sie zu signifikantem Unwohlsein oder Beeinträchtigung der Bewältigung des Tages führt, z. B. durch (mindestens ein Kriterium):

  • Erschöpfung, Energielosigkeit

  • Schläfrigkeit am Tage

  • nachlassende Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit

  • berufliche oder schulische Leistungsminderung

  • verschlechterte Kommunikation oder Sozialverhalten

  • verschlechterte Fürsorge oder familiäre Aktivität

Die Schlafstörung hat Krankheitswert, wenn:

  • sie mindestens in drei Nächten pro Woche auftritt und

  • sie mindestens drei Monate besteht und

  • ausreichend Zeit zum Schlafen vorhanden wäre

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlaf#Funktion

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